PM: Zur Reaktion des Landrats Mittelsachsens hinsichtlich der Unterbringungssituation in Rossau

Der Sächsische Flüchtlingsrat e.V. setzt sich seit nun fast 25 Jahren für den Schutz und die Unterstützung geflüchteter Menschen, unabhängig vom Aufenthaltsstatus, in Sachsen ein. Der Verein versteht sich als Interessenvertretung für Geflüchtete gegenüber der Staatsregierung, beziehungsweise anderen Institutionen und Behörden. Die Durchsetzung und Wahrung von Menschenrechten ist dabei das primäre Anliegen. Die Situation in der Gemeinschaftsunterkunft Rossau verdeutlicht einmal mehr, wie wichtig die Beratung, Bereitstellung von Informationen und die Koordinierung politischer Aktionen sind. Als einzige, landesweite Interessenvertretung für Geflüchtete ist es dem Sächsischen Flüchtlingsrat daher ein wichtiges Anliegen den Menschen in Rossau eine politische Stimme zu geben. Gemäß dem Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“ wurden die Menschen bei der Überlieferung und Übersetzung ihrer selbstbestimmten und politischen Interessen unterstützt. Es sollte allen politischen Akteur*innen ein Anliegen sein, das Empowerment von Geflüchteten zu respektieren, zu unterstützen und deren Forderungen ernst zu nehmen. Wir betonen, dass wir lediglich als Sprachrohr der Stimme der Geflüchteten fungieren sofern diese an uns herantreten, wie im Falle des offenen Briefs der Bewohner*innen in Rossau geschehen.

Selbst wenn eine Überprüfung der Unterkunft in Rossau stattgefunden haben sollte, sollten die Ergebnisse den Geflüchteten wie der Öffentlichkeit transparent dargelegt werden ohne sie von vornherein als „haltlos“ abzutun. Insbesondere gilt es, die Aufenthaltsdauer der Geflüchteten in der Unterkunft sowie die anschließende Unterbringung zu überprüfen.

Unabhängig von der Situation in Rossau plädiert der Sächsische Flüchtlingsrat auch weiterhin für eine dezentrale und menschenwürdige Unterbringung geflüchteter Menschen, transparente und verbindliche Richtlinien zu Ausstattung und Betrieb von Gemeinschaftsunterkünften sowie die Achtung von Geflüchteten als politische Individuen.

Kontakt:

Sächsischer Flüchtlingsrat e.V.
Öffentlichkeitsarbeit
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Tel.: 0351 / 33 22 52 35