PM: Abschiebung nach Pakistan – Vom Arbeitsplatz abgeholt, die Ausbildung verwehrt

Heute soll ab Leipzig/Halle nach Afghanistan abgeschoben werden. Auch wenn noch nicht klar ist, ob Menschen aus Sachsen betroffen sein werden – das, was heute in der Bundesrepublik zu beobachten sein wird, spielte sich unter anderem auch am 25. Juni bei einer Abschiebung nach Pakistan ab. Herr K. hatte Arbeit, er lebte seit 2017 mit seiner Freundin zusammen, vor einem Jahr erblickte seine Tochter das Licht der Welt. Er hatte sich ein Leben aufgebaut. Am 25. Juni endet es abrupt. Herr H. wollte Maurer werden. Eine Ausbildungsduldung wurde ihm verwehrt, sie hätte ihm den Aufenthalt gesichert. Wegen bürokratischer Spielchen wird er nie beginnen, in Sachsen zu arbeiten. Herr T. kam minderjährig nach Deutschland. Er orientiert sich schnell, lernt die Sprache. Wie auch Herr K. wird er von seinem Arbeitsplatz abgeholt. Drei Geschichten von insgesamt 44 Menschen, die am 25. Juni vom Flughafen Leipzig/ Halle nach Pakistan abgeschoben wurden.

Gemeinsame PM: Getrennte Familien in Leipzig und Osterzgebirge – zwei Erzählungen sächsischer Härte

Gemeinsame PM der AG Asylsuchende Sächsische Schweiz/ Osterzgebirge und des SFR: Am Montag wird eine Familie im Osterzgebirge getrennt. Sie flohen als Rom*nja aus Kaliningrad, nun ist die schwangere Mutter zweier Söhne in Moskau und kann sich das Geld für die Reise in die russische Enklave nicht leisten. Der Vater flehte darum, mitgenommen zu werden – doch das wäre rechtswidrig gewesen. In der folgenden Nacht von Dienstag auf Mittwoch kann sich in Leipzig ein Vater nicht von seinem Sohn verabschieden. Der Sohn ist jetzt in Spanien und weiß nicht, wann er wieder mit seiner Familie zusammenleben wird. Sachsens Polizei und Abschiebebehörden haben diese Woche bereits ihr hässlichstes Gesicht gezeigt.

Statement: Gewaltschutz in Sachsen – Forderungen nach Transparenz und Aufklärung

Geflüchtete in Sachsen sind nicht ausreichend geschützt und werden immer wieder Opfer von Gewalt unterschiedlicher Art. Die kürzlich von der Sächsischen Zeitung veröffentlichten Vorwürfe gegen den Vorstandsvorsitzenden des Christopher Street Day Dresden e.V. (CSD Dresden e.V.), Ronald Zenker, hinsichtlich sexualisierter Gewalt durch Ausnutzung von Abhängigkeitsverhältnissen veranlassen Vereine und Initiativen, erneut Stellung zu beziehen und ihre Forderungen darzulegen.

Nachtrag vom 21.06., 17.20 Uhr: Das Büro der Integrationsministerin teilte heute mit, dass CSD-Vorstand Ronald Zenker seine Beurlaubung einreichte & die Ministerin entsprechend informierte. Petra Köpping wie wir betonen: der Schritt ist kein Schuldeingeständnis. Er dient der sicheren Weiterführung Landeskoordinierungsstelle für queere Geflüchtete.