Im Mai 2026 startete das Projekt „Sie weiß Bescheid – Orientierung und Unterstützung für Frauen mit Migrationserfahrung – Schritt für Schritt in Arbeit und Teilhabe“. Ziel des Projekts ist es, geflüchtete und migrierte Frauen in Sachsen nachhaltig in ihrer beruflichen, sozialen und digitalen Teilhabe zu stärken. Der Fokus liegt dabei auf Chemnitz sowie den ländlichen Regionen Erzgebirgskreis, Mittelsachsen und Zwickau.
Frauen mit Migrationserfahrung stehen nach ihrer Ankunft in Deutschland häufig vor zahlreichen Herausforderungen gleichzeitig: Sprachbarrieren, fehlende soziale Netzwerke, Unsicherheiten im Umgang mit Behörden oder Schwierigkeiten bei der Anerkennung von Abschlüssen erschweren den Zugang zu Arbeit, Bildung und gesellschaftlicher Teilhabe. Gleichzeitig fehlen besonders im ländlichen Raum häufig niedrigschwellige Unterstützungsangebote, die gezielt auf die Bedürfnisse von Frauen zugeschnitten sind.
Genau hier setzt das Projekt „Sie weiß Bescheid“ an. Durch aufsuchende und niedrigschwellige Beratungs- und Bildungsangebote unterstützt das Projekt Frauen individuell auf ihrem Weg in Arbeit, Qualifizierung und gesellschaftliche Teilhabe. Ziel ist es, neue Perspektiven zu eröffnen, Orientierung zu schaffen und Frauen dabei zu stärken, ihren eigenen Weg selbstbestimmt zu gestalten.
Das Projekt bietet individuelle Beratung und Begleitung bei Fragen zur beruflichen Orientierung, Qualifizierung und aufenthaltsrechtlichen Situation. Darüber hinaus unterstützt das Projekt Teilnehmerinnen im Kontakt mit Arbeitgeber*innen und Behörden. Ergänzt wird das Angebot durch Workshops und Gruppenangebote zu Arbeitsmarktorientierung, Austausch und Empowerment.
Neben der direkten Unterstützung von Frauen verfolgt das Projekt auch das Ziel, Netzwerke und Institutionen für die spezifischen Bedarfe von Frauen mit Migrationserfahrung zu sensibilisieren sowie die Arbeitsmarktnähe und Erwerbsbeteiligung nachhaltig zu erhöhen.
Warum ein Projekt wie „Sie weiß Bescheid“ gerade in Chemnitz und den umliegenden Regionen wichtig ist, erklärt Projektkoordinatorin Gina Linnert folgendermaßen:
„In der vorgesehenen Projektregion gibt es nur wenige Angebote, die spezifisch Frauen mit Flucht- und Migrationserfahrung bei der Arbeitsmarktintegration unterstützen. Hinzu kommt, dass Frauen nur schwer Zugang zu Unterstützungsangeboten finden – besonders im ländlichen Raum. Genau aus diesem Grund wollen wir mit aufsuchender und niedrigschwelliger Arbeit direkte Unterstützung vor Ort schaffen und Frauen in Chemnitz sowie den umliegenden Landkreisen besser erreichen.“
Mit Blick auf die Ziele des Projekts sagt sie:
„Mit dem Projekt möchte der SFR geflüchtete und migrierte Frauen in Sachsen nachhaltig stärken und ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern. Durch niedrigschwellige Beratung, Begleitung und Gruppenangebote schaffen wir Zugänge zu Qualifizierung, Orientierung und sozialer Vernetzung. Gleichzeitig wollen wir Frauen darin bestärken, eigene Ziele zu erkennen und ihren Weg selbstbestimmt zu gestalten.“
Das Projekt „Sie weiß Bescheid“ läuft bis Ende April 2028 und wird durch die ESF Plus-Richtlinie „Gleichstellung im Erwerbsleben 2021–2027“ sowie die Sächsische Aufbaubank (SAB) gefördert.


