Fremde.Orte – Öffentlichkeitsarbeit, Vernetzung
und Beratung gegen Rechts

Das Projekt „Fremde.Orte“ ist für die Öffentlichkeits- und Vernetzungsarbeit des Sächsischen Flüchtlingsrat e.V. verantwortlich. Es versteht sich als Wissensvermittler für haupt- und ehrenamtliche Akteure, die im Kontext Flucht und Migration tätig sind. Durch Workshop- und Schulungsangebote dient die Projektstelle als Multiplikator und bietet darüber hinaus wöchentlich erscheinenden Pressespiegel und Newsletter an. Des Weiteren dient das Projekt als Kontakt für Presseanfragen und Sprachrohr des Vereins.

Konkret zum Projekt Fremde.Orte

In Dresden wurde im Jahr 2018 auf der Hamburger Straße eine Abschiebehaftanstalt etabliert, in der vollziehbar ausreisepflichtige Menschen ohne Straftat inhaftiert werden. Das Gefängnis befindet sich in direkter Nähe zur bereits existierenden Erstaufnahmeeinrichtung. Die sächsische Landesregierung hat ihr in diesem Jahr ein neues Label verpasst. „Ankerzentrum“ heißt es nun. Womit die Bezeichnung als Lager jedoch gerechtfertigt wird, ist die 2018 vom Landtag beschlossene Novellierung des Flüchtlingsaufnahmegesetzes. Seither können Schutzsuchende mit unterstellter, „geringer Bleibeperspektive“ bis zu 24 Monate zum Leben im Lager verpflichtet werden. Die Hamburger Straße, Haftanstalt und Lager, wird in den Fokus genommen. Mittels eines Webblogs sollen Betroffene zu Wort kommen. Ihnen eine Stimme zu geben, ist Hauptanliegen des Projektes.Ein Webblog bietet eine Vielzahl von Möglichkeiten. Schutzsuchenden wird die Möglichkeit gegeben, im Sinne des Empowerment selbst Inhalte und Forderungen zu platzieren. Dafür stehen verschiedene Formate zur Verfügung. Dazu zählen: Tagebüchern ähnliche Berichte über das Leben in Lager und Haft, Text- und Audiointerviews mit den Projektverantwortlichen oder auch Foto- und Videodokumentationen. Gleichzeitig werden somit Menschen, die in der Anonymität von Massenunterkünften verschwinden, für eine breite Öffentlichkeit sichtbar gemacht. Lager und Abschiebehaft sollen im Webblog zudem historisch und politisch kontextualisiert werden. Es ist klar, wer in einem solchen Lager interniert werden muss. Nicht Angehörige der „eigenen Gruppe“. Es sind „die Anderen“ oder auch „die Fremden“, die dort leben müssen. Die, die nicht zum demos gehören, wird deutlich ihr Nicht-Dazugehören signalisiert. Die rassistische Komponente des Internierens wird so ersichtlich und es zeigt sich, dass das Ideal von Demokratie und Menschenrechten hier seine Grenzen findet.

Abseits des Fokus auf die Lager- und Haftpolitik werden folgende weitere Themen von der Projektstelle mittels Recherche, Dokumentation und Öffentlichkeitsarbeit bedient: Abschiebung, Integration, Verwaltungspraxis sächsischer Behörden, Gesundheitsversorgung, und Rechtsradikalismus.

Was wird geleistet?
  • Pressekontakt des Sächsischen Flüchtlingsrat e.V.
  • Presse- und Recherchearbeit des Vereins, insbesondere zur Erstaufnahmeeinrichtung und der Abschiebehaftanstalt, beide auf der Hamburger Straße in Dresden mitsamt Veröffentlichung der Ergebnisse auf dem Blog fremdeorte-sfrev.de
  • Lobby- und Vernetzungsarbeit
  • Workshop-, Vortrags- und Schulungsangebote für Haupt- und Ehrenamtliche
  • Teilnahme an Podiumsdiskussionen und Expert*innengesprächen
An wen richtet sich das Projekt?

Das Projekt dient als politisches Sprachrohr für Geflüchtete in Sachsen und den Verein insgesamt. Es richtet sich daher an alle Akteur*innen in den Bereichen Flucht- und Migration und wirkt sachsenweit.

Workshop- und Schulungsangebote?
  • Infovortrag „Abschiebungshaft:“ Im Jahr 2018 passierte das Gesetz zum Vollzug der Abschiebungshaft den Landtag. Welche Grundrechtseingriffe sind auf der Hamburger Straße in Dresden zu verzeichnen? Welche Möglichkeiten der Rechtsvertretung und – beratung gibt es? Was wissen wir eigentlich bereits von den Auswirkungen von Abschiebungshaft aus anderen Ländern und Anstalten? Und: wie sauber ist dieses Gesetz eigentlich geschrieben, wie sauber läuft der Vollzug? Mehr Infos zu Abschiebungshaft hier.
Kontaktpersonen:

Mark Gärtner
Dammweg 5
01097 Dresden
Tel: 0351 – 33 23 55 94
Mail: gaertner@sfrev.de
Mitglied im Deutschen Journalisten – Verband
Presseausweis – Nummer: 14 2 – 4035 – 9163

Thomas Hoffmann
Dammweg 5
01097 Dresden
Tel: 0351 – 33 22 52 35
Mail: hoffmann@sfrev.de

Allgemeine Anfragen:
pr@sfrev.de

Gefördert durch:

UNO Flüchtlingshilfe