PM: Weltflüchtlingstag – „Gekommen, um zu bleiben“

Aktionen anlässlich des Weltflüchtlingstags

Weltweit sind über 70 Millionen Menschen gezwungen ihre Heimat zu verlassen, das ist die höchste Zahl seit dem Zweiten Weltkrieg, Tendenz jährlich steigend. Während in dieser Woche die #YACHTFLEET der Mission Lifeline auf dem Mittelmeer demonstrieren wird, werden auf dem Land anlässlich des Weltflüchtlingstags am 20. Juni ebenso Veranstaltungen stattfinden. In Chemnitz laden Organisationen zum Programm auf dem Neumarkt, in Leipzig und Dresden wird zur Diskussion geladen. Unterdessen soll heute ab Leipzig/ Halle ein Flieger in Richtung Kabul abheben.

Am 20. Juni ist Weltlflüchtlingstag. In diesem Jahr fällt er genau zwischen zwei wichtige Entscheidungen auf Bundesebene und in eine der Wochen, in der in das Kriegsland Afghanistan abgeschoben wird.

Heute, am 17. Juni, soll wieder ein Flieger nach Afghanistan abheben. Julia Hartmann, Geschäftsleiterin des SFR dazu: „Den Personenkreis noch weiter ausweiten zu wollen, wie das auch Innenminister Roland Wöller will, ist schier wahnsinnnig. Menschen, die aus einem der gefährlichsten Länder der Welt geflohen sind, müssen hier Schutz erhalten!“

Am 07. Juni verabschiedete der Bundestag mit den Stimmen von CDU/CSU und SPD das Hau-Ab-Gesetz, am 28. Juni wird der Bundesrat darüber befinden. Für Hartmann ist das Hau-Ab-Gesetz der vorläufige Höhepunkt einer nationalistischen Kehrtwende. „Unter dem vermeintlichen Druck faschistischer und nationalkonservativer Parteien werden bereits heute grundlegende Errungenschaften eines liberalen Rechtsstaats aufgegeben.“ befindet Hartmann. „Wir hoffen, dass die Initiative des Rechtsausschusses im Bundesrat erfolgreich sein und der Vermittlungsausschuss angerufen wird.“ Dass von den zahlreichen Verschärfungen wie 18 Monate Lageraufenthalt, Abschiebehaft als Mittel gegen potentiell alle vollziehbar Ausreisepflichtigen, Aushöhlung des Schutzes der Wohnung, keine Sozialleistungen für Menschen, die in anderen EU-Staaten anerkannt sind, nicht alle gestrichen werden – darüber macht sich Hartmann keine Illusionen. „Umso wichtiger ist es, am 20. Juni ein Zeichen für das Recht auf Asyl und Freizügigkeit zu setzen.“

Chemnitz – „Gekommen, um zu bleiben“

In diesem Jahr finden sich 15 verschiedene Vereine und Organisationen zusammen, um den Weltflüchtlingstag gemeinsam in Chemnitz zu begehen. Unter dem Motto „Gekommen, um zu bleiben“ laden dieses Mal mit dem SFR e.V. der AGIUA e.V., die AWO, die Caritas, Amnesty International, Aufstehen gegen Rassismus, DIE LINKE, die Grünen, die FDP-Jugendorganisation Junge Liberale und viele mehr auf den Neumarkt ein.

  • Ab 15 Uhr können Besucher*innen zu Musik und Kunstperformances den Nachmittag verbringen, die teilnehmenden Organisationen und Parteien werden mit Infoständen vertreten sein.
  • 15 Uhr beginnt es musikalisch mit der Selamband aus Eritrea
  • Um 16.30 Uhr folgt eine Podiumsdiskussion zum Thema „Arbeitsmarktzugang für Geflüchtete“
  • Den Abend ausklingen lassen wird die Sawa Sawa Band mit ihrem Konzert um 17.30 Uhr.

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Leipzig – Podiumsdiskussion und Gespräch – Runde zwischen geflüchteten Frauen* un Landespolitiker*innen

Im Stadtbüro Leipzig, Burgplatz 1 lädt der DaMigra e.V. in Kooperation mit dem SFR von 15.45 bis 18 Uhr zur Podiumsdiskussion und zum Gespräch zwischen geflüchteten Frauen* und Landespolitiker*innen. Die Podiumsteilnehmer*innen werden Fragen zu Integrationskursen, der Residenzpflicht und „Ankerzentren“ beantworten. Es diskutieren Mit Ihnen diskutieren: Dr. Delal Atmaca (DaMigra), Mohammad Okasha (Vorstand Sächsischer Flüchtlingsrat), die Staatsministerin für Gleichstellung und Integration Petra Köpping (SPD), die Leipziger Stadträt*innen Petra Čagalj Sejdi (B‘90/Grüne) und Beate Ehms (Die Linke), der Generalsekretär der CDU Sachsen Alexander Dierks und ehrenamtlich tätige geflüchtete Frauen.

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Dresden – Menschen auf der Flucht. Gestern und heute

„Transit“ lautet der Roman von Anna Seghers, der Geschichten von Flucht aus dem Europa der 40er Jahre ins mexikanische Exil erzählt. „Todesursache: Flucht. Eine unvollständige Liste“ haben Kristina Milz und Anja Tuckermann herausgegeben. Mehr als 35.000 Menschen starben in den letzten 25 Jahren auf der Flucht. Milz und Tuckermann zeigen die Menschen hinter den Zahlen und nehmen um 19 Uhr an der Lesung und anschließenden Podiumsdiskussion im farbwerk e.V., Riesaer Straße 132, teil. Der Verein lädt gemeinsam mit Weiterdenken – Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen ein.

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Kontakt
Sächsischer Flüchtlingsrat e.V.
Julia Hartmann
-Geschäftsleiterin-
Tel.: 0351 33 23 55 94
Mail: geschaeftsstelle@sfrev.de