SFR Newsletter 18/2018

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20.07.2018
Newsletter des Sächsischen Flüchtlingsrats e.V.

Für die Seebrücke! Demonstrieren für Seenotrettung, für sichere Häfen, für legale Fluchtwege und gern auch gegen Seehofer könnt ihr am Sonntag dem 29. Juli in Dresden! In Solidarität mit allen Fliehenden und allen Seenotretter*innen, die sich einer beispiellosen Kriminalisierungskampagne ausgesetzt sehen. Der Kapitän der Lifeline muss sich inzwischen in Malta vor Gericht verantworten, Italien sperrt seine Häfen – wir nehmen das nicht hin, genausowenig wie viele andere, die in deutschen und europäischen Städten auf die Straße gehen und für ein humanitäres Europa und gegen Abschottung einstehen. Unter anderen das Studierendenreferat WHAT der TU Dresden, HOPE fight Racism, die Tolerave und wir als SFR rufen auf! 14 Uhr geht’s los am Alaunplatz und dann quer durch die Neustadt über die Carolabrücke zum Pirnaischen Platz. Abschließen werden wir vorm Kulturpalast. Kommt zahlreich, denn die Frage von Leben und Tod, die sich hier stellt, die sollte noch nicht einmal gestellt werden! Das FB-Event hier.

Für Frauen im Exil! Zur Demo rufen Women in Exile schon am kommenden Dienstag, dem 24. Juli in Leipzig auf. „In Lagern zu Leben tötet unsere Seelen, Europas verschlossene Grenzen ertränkt unsere Existenz.“ schreiben sie in ihrem Aufruf. Kommt vorbei und zeigt euch solidarisch! Zum FB-Event hier.

Afghanistan. Die sächsische Landesregierung ändert ihre Abschiebepraxis nach Afghanistan. In der Kleinen Anfrage der Abgeordneten Juliane Nagel, DIE LINKE (Drs. 6/13829), wird geantwortet, dass Abschiebungen auch dann möglich sind, wenn keines der Kriterien Straftäter*in, „Gefährder*in“ oder „hartnäckige Identitätsverweiger*in“ aus Sicht der Behörden erfüllt ist. Wir verweisen auf unsere rechtlichen Hinweise sowie die mehrsprachigen Informationen gegen Panik des Bayerischen Flüchtlingsrats. Solltet ihr euch nicht sicher sein, ob ihr oder jemand euch bekanntes von Abschiebung bedroht ist, sucht die nächstgelegene Asylberatungsstelle auf! Jegliche Info zum Thema Abschiebung aus Sachsen nach Afghanistan ist relevant für unsere Öffentlichkeitsarbeit! Bitte an pr@sfrev.de schreiben oder 0351 / 33 23 55 94 anrufen (da komm ihr nicht bei der Asylberatungsstelle des SFR raus. Die Kolleg*innen in Chemnitz und Dresden könnt ihr über die hier genannten Kontaktdaten kontaktieren.).

Abschiebung. Am 09. Juli soll eine Familie von der Ausländerbehörde Chemnitz aus abgeschoben werden. Als die Mutter sich selbst verletzt, setzt die Polizei Pfefferspray ein und hält sie fest. Vater und Kinder sollen ins nach Dublin-III-Verordnung zuständige Polen abgeschoben werden. Schlussendlich wird die Abschiebung wird abgebrochen. Die Mitarbeiter*innen des Sächsischen Flüchtlingsrat e.V. (SFR) zeigen sich in jeglicher Hinsicht fassungslos über die Vorkommnisse. Eine versuchte Familientrennung, die in ihrer Brutalität bisher bekanntes übersteigt. Der Fall der Familie zeigt exemplarisch, warum es immer wieder zu derartig dramatischen Szenen bei Abschiebungen kommt: Menschen haben handfeste Gründe zur Flucht, die in einem immer weiter verschärften Asylrecht nicht mehr anerkannt werden. Menschen bringen unter anderem wegen ebenjener Fluchtgründe ernstzunehmende Erkrankungen mit, die dringender Behandlung bedürfen. Stattdessen werden sie dem psychischen Druck der Abschiebung, der Rückkehr in das Land der Verfolgung, ausgesetzt. Zwei unserer Kolleg*innen mussten die Szenerie mit ansehen. Dave Schmidtke von unserer Geflüchtetensozialarbeit: „Bei aller Professionalität, die es zu wahren gilt, aber genau so etwas wird in Deutschland und insbesondere in Sachsen ganz bewusst in Kauf genommen. So etwas ist die Folge einer immer weiter verrohten Sprache, die inzwischen auch das Behördenhandeln ganz klar leitet. Und das macht verdammt wütend.“ Unsere PM dazu. Hier die Berichterstattung der Freien Presse.

Mobil beraten… werden wir von nun an! Und zwar in Bautzen und Pirna. In Bautzen jeden zweiten Mittwoch im Monat von 10 bis 14 Uhr in den Räumen der Ostsächsischen Dienstleistungs- und Service GmbH, in Pirna bei der AG Asylsuchende von 13 bis 16 Uhr an jedem ersten Donnerstag im Monat. Alle Infos und alle Termine sind hier zusammengestellt.

Stellenausschreibung. Für ihren Standort in Chemnitz sucht die RAA Sachsen e.V. im Projekt „Support für Betroffene rechter und rassistischer Gewalt“ eine*n Berater*in ab dem 01. September 2018. Die Bewerbungsfrist ist der 01. August. Mehr Infos hier.

Bildungsreise… nach Athen und Lesbos? Reist mit weiterdenken – Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen! „Ist die Krise vorbei? Ein Blick hinter die Fassaden“ lautet das Thema. Europäische Finanzpolitik, ihre sozialen Auswirkungen, Asyl, Flucht und Seenotrettung – wichtige Fragen zum EU-Mitgliedsstaat Griechenland werden zwischen dem 16. und 22. September beantwortet werden. Anmeldung bis 31. Juli. Mehr Infos hier.

Termine

Für morgen lädt unser Projekt Save Me Chemnitz wieder zum Ehrenamtscafé. Von 717 bis 19.30 Uhr kann sich im Club der Kulturen in Chemnitz wieder über die Arbeit von, für und mit Geflüchteten ausgetauscht werden. Es wird zusammen gegessen und Informationen zu einem noch nicht bestimmten Herkunftsland ausgetauscht. Mehr Infos auf Facebook hier.

Im Rahmen der diesjährigen Interkulturellen Filmwochen 2018 in Chemnitz zeigen wir euch in Kooperation mit dem AGIUA e.V. die sehenswerte und tiefblickende Kurzdokumentation „12 Days in Idomeni“ des spanischen Regisseurs Javier Sobremazas. Die Situation der Menschen, die in 2016 vor der mazedonischen Grenze nicht weiterkamen und im griechischen Idomeni lagerten, hat er dokumentiert. Im Anschluss wird Sobremazas zum Filmgespräch die Fragen des Publikums beantworten. 26. Juli, 18 Uhr im Weltecho geht’s los. FB-Event hier.

„Interkulturelle Umweltbildung zum Thema Energie“ – Mit dem Projekt „Refugees Lead Action“ bietet der BUND Dresden Umweltschulungen für Menschen mit und ohne Flucht- oder Migrationshintergrund an. Hier können sich die Teilnehmenden untereinander über die Themen wie Wasser, Energie und Naturschutz austauschen, sich kennenlernen und interkulturelle Kompetenzen erlangen. Nach den Schulungen unterstützt der BUND sie dabei, eigene Umweltbildungsprojekte ins Rollen zu bringen oder ehrenamtlich aktiv zu werden. Die vorerst letzte Schulung „Power to the People – Alles rund um das Thema Energie“ findet vom 24. bis 26. August 2018 im Stadtteilhaus Dresden statt. An diesem Wochenende beschäftigen wir uns damit, wo der Strom, der rund um die Uhr aus der Steckdose fließt, eigentlich herkommt und welche nachhaltigen Alternativen der Stromproduktion es gibt. Zur Anmeldung und weiteren Infos geht es hier: www.reflact-dresden.de

Das Seminar „Geflüchtete auf dem Weg in den Arbeitsmarkt“ des IQ-Projektes im SFR gibt Interessierten einen Überblick über Themen, die bei der Arbeitsmarktintegration von Menschen mit ausländischen Berufs- und Schulabschlüssen eine Rolle spielen können. Einen Schwerpunkt bilden rechtliche Rahmenbedingungen des Zugangs zu Arbeit und Ausbildung. Die Teilnehmenden erhalten Verweiswissen und lernen Ansprechstellen und Informationsmöglichkeiten kennen. Das nächste Mal am 04. Oktober in der Henriettenstraße 5 in Chemnitz in den Räumen des Umweltzentrums. FB-Event und mehr Infos hier.


Wenn Sie Termine haben die Sie gern in unserem Newsletter veröffentlicht sehen möchten, kontaktieren Sie uns über pr@sfrev.de oder Facebook.

Arbeit mit Geflüchteten ist nicht kostenlos und schon gar nicht umsonst. Deshalb freuen wir uns über Spenden zur Unterstützung der Arbeit des Sächsischen Flüchtlingsrats e.V. Diese können Sie auf unser Konto überweisen. Auf Wunsch erhalten Sie selbstverständlich eine Spendenbescheinigung.

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