SFR Newsletter 10/2019

Abschiebung nach Afghanistan…. war am Mittwoch. Je eine Person aus Dresden und Leipzig wurden nach Kabul abgeschoben. Für beide versuchen Menschen derzeit, Unterbringung zu organisieren und Möglichkeiten abzuchecken, gegebenenfalls wieder in die Herkunftsregion zu kommen. Was sich gezeigt hat: es war zunächst niemand nach Ankunft vor Ort, der den Menschen hätte irgendeine Unterstützung anbieten können. Das wäre das erste Mal in dieser Form geschehen. Weitere Informationen haben wir in unserer PM von heute morgen zusammengefasst.

Geflüchtete in Kommunen… war eine umfassendere PM unsererseits von letzter Woche getitelt. Festzustellen ist: Die Unterbringungspolitik der sächsischen Landkreise und kreisfreien Städte variiert. Die Quote der dezentralen Unterbringung schwankt, wie die Grafik zeigt.

Dezentrale Unterbringungsquote
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Doch auch bei der Definition von „dezentral“ gibt es ganz unterschiedliche Verständnisse. Nicht zuletzt von Privatsphäre.Für Geflüchtete im Asylverfahren bedeutet das, dass das Glück, in der eigenen Wohnung leben zu können, vom Zufall der kommunalen Verteilung abhängt. Fortschritte gibt es seit 2016 zu verzeichnen, die „Wohnbefähigungsprüfung“ oder auch „Sozialprognose“ gehört der Vergangenheit an. In einigen Kommunen entschied sie über den Umzug aus der Gemeinschaftsunterkunft in die Wohnung. Ein Landkreis sticht quantitativ wie qualitativ noch heute besonders negativ heraus. Die ganze PM hier.

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100 Jahre sind genug… findet die Abschiebehaftkontaktgruppe Dresden. Und auch wir sagen: was 1919 aus antisemitischer Motivation heraus begann, muss heute ein Ende haben. Am 11. Mai ruft die Kontaktgruppe zur Demo auf. Auch wir sind dabei, wenn es vom Bahnhof Neustaadt zum Dresdner Knast geht. Noch mehr Veranstaltungen werden von den Gruppenmitglieder organisiert, siehe Bildchen, denn sie sind sehr umtriebig. Unter anderem die Mobi-Veranstaltung am 08. Mai im AZ Conni. Merkt euch zudem den 31. August vor. Bundesweit wird zur Großdemo vor den größten Abschiebeknast in Büren in NRW aufgerufen. Eine gemeinsame Anreise aus Sachsen wird organisiert, Infos folgen. Hier der Link zum FB-Event der Kontaktgruppe (Twitter hat die Kontaktgruppe btw auch. They like the Retweet… just saying).

Der Bayerische Flüchtlingsrat hat anlässlich der Kampagne sein Vierteljahresmagazin „Hinterland“ dem Thema Abschiebehaft gewidmet. Unter anderem mit einem Beitrag von der Abschiebehaftkontaktgruppe oder auch Muzaffer Öztürkyilmaz vom Flüchtlingsrat Niedersachsen, Sachverständiger beim Gesetzgebungsverfahren um das sächsische Abschiebungshaftvollzugsgesetz im März letzten Jahres. Bestellung hier.

Infos zur bundesweiten Kampagne „100 Jahre gegen Abschiebehaft“ auf ihrer Website. Aktuelle, bundesweite Infos ebenso auf Social Media auf Facebook und Twitter.

Stellenausschreibung I. Die AG Asylsuchende / Sächsische Schweiz-Osterzgebirge e.V. sucht zwei Mitarbeiter*innen! Willige für die Leitung des Internationalen Begegnungszentrums mögen sich bis zum 05. Mai bewerben, Infos hier, Menschen, die das Projekt „Lebensspuren: meine.eure.unsere“ leiten wollen, bis zum 31. Mai, Infos hier.

Stellenausschreibung II. Die Opferberatung des RAA Sachsen e.V. sucht eine*n Onlineberater*in. Bewerbungsfrist hier ist der 12. Mai. Alle Infos hier.

Stellenausschreibung III. PRO ASYL sucht für sein Büro in Frankfurt am Main eine*n Mitarbeiter*in für das Beratungsteam. Bewerbungsfrist ist der 05. Mai. Alle Infos hier.

Stellenausschreibung IV. UND AUCH BEI UNS könnt ihr euch bewerben, und zwar als Sozialarbeiter*in für Geflüchtete in Chemnitz. Noch bis zum 28. April möglich! Infos hier.

Termine

Die rechtsradikale Partei „3. Weg“ mobilisiert am 01. Mai in Plauen und dagegen gibt es antifaschistischen Protest von der Initiative „Nie Wieder“. Los geht’s um 10 am Oberen Bahnhof in Plauen. Mehr Infos hier. Weitere Mobilisierungen gibt es in Dresden, Chemnitz und, witzig, wohl auch in Leipzig (check #le0105).

Willkommen und wie weiter? Beziehungsweise, wie kann eine Einwanderungspolitik im Sinne der Ankommenden ausgestaltet werden und welche politischen Schritte sind dafür notwenig? Das sind die Fragen, die bei der gleichnamigen Diskussion am 03. Mai beantwortet werden soll. MdEP Cornelia Ernst und MdL Juliane Nagel laden in den riesa efau in Dresden und haben für Gäste gesorgt. Anwesend sein wird unter anderen Miltiadis Klapas,griechischer Staatssekretär für Integration, Migration & Geflüchtete und Elke Breitenbach, Berliner Senatorin für Integration, Arbeit & Soziales. 13 bis 17 Uhr, Anmeldung erwünscht, Infos hier.

Am Samstag und Sonntag, dem 04. und 05. Mai, wird jeweils der Film „Berlin Is Burning“ von Michalina Mrozek im Studio West gezeigt. Der Dokumentarfilm dreht sich um ein Tanzfilmprojekt mit homo- und transsexuellen Geflüchteten aus Berlin. Gemeinsam mit Tanzlehrern, die selbst Migrationserfahrung haben, entwickeln sie eine Choreographie im Stil des „Voguing“, die sie unter Anleitung Regisseurin- Michalina Mrozek filmisch begleiten. Beginn ist 17 Uhr. Mehr Infos auf der Website des Veranstalters, dem Festspielhaus Hellerau, hier.

Tolverave und Herz statt Hetze veranstalten die „TOLERAVE“ am 04. Mai in Dresden! Blockiert euch das Datum und zeigt: in Dresden gibt es Menschen, die zusammen leben und feiern, und dabei Rassimus Homophobie, Sexismus und andere Diskriminierungsformen deutlich widersprechen. Farbenfroh, tanzend, laut, wird es, so versprechen die Veranstalter*innen und berufen sich auf vier erfolgreiche Demos aus dem letzten Jahr. Mehr Infos hier.

„Es ist wie eine Verlängerung unserer Erinnerung … die Boote, die uns hierhertrugen, tragen wir jetzt weiter …“

Bag Mohajer ist ein Projekt von Geflüchteten in Griechenland und Deutschland. Aus Booten und Schwimmwesten, die auf der griechischen Insel Lesvos stranden, schneidern sie Taschen. Die Boote waren einst Mittel, um die Flucht zu überleben. Als Taschen tragen sie die Geschichten der Geflüchteten weiter, auch an jene Orte, an die sie nicht reisen können. Durch die Arbeit in den Werkstätten von Bag Mohajer lernen Geflüchtete Menschen kennen, sie tauschen sich untereinander aus und bekommen Mut in einer oftmals schwierigen Situation. Das Projekt baut auf Toleranz, Kreativität und Solidarität in Zeiten zunehmender Abschottung.

Das Netzwerk Asyl, Migration, Flucht zeigt den Dokumentarfilm: Bag Mohajer – Tasche des Flüchtlings von Adrian Oeser und kommt mit Aktiven der Gruppe ins Gespräch, die auch einige der Taschen mit nach Dresden bringen werden. Zu Beginn wird es einen kurzen Input über die aktuelle Situation von Geflüchteten in Griechenland geben. Das Ganze am Sonntag, 05. Mai 2019, ab 19:00 Uhr in der Kosmotique

An dem Abend könnt ihr einige der Bags Mohajer auf dem Taschentisch erwerben, es wird außerdem einen Stand mit Büchern und Infomaterial geben. Das Gespräch wird in englischer Sprache stattfinden, eine Übersetzung ins Deutsche ist organisiert. Der Film läuft mit Originaltönen auf Englisch, Griechisch, Dari, Paschtu und Deutsch mit deutschen Untertiteln. Der Trailer zum Film ist hier zu sehen: https://vimeo.com/197933060. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Reihe BURNING THE BORDERS des Netzwerkes Asyl, Migration, Flucht Dresden (NAMF) statt und wird zusammen mit dem Support Convoy e.V. organisiert.

Die Arbeitsgemeinschaft Jugendfreizeitstätten (AGJF) lädt am 08. Mai zum Fachtag. Denn: auch Jugend- und Bildungsarbeit muss sich gesellschaftlichen Herausforderungen wie Demokratieablehnung, Entsolidarisierung und sozialstaatlichem Rückbau stellen. Vielfaltpädagogik ist das Schlagwort. Los geht’s um 09 Uhr im Kraftwerk Chemnitz. das Programm hier.

„Kein ruhiges Hinterland“ – ist der Titel unserer Veranstaltung im Rahmen der Kritischen Einführungswochen an der Uni Leipzig am 16. Mai. Eine Vielzahl sächsischer Kommunen steht für rassistische Ausschreitungen. Ein Blick hinter die Kulissen offenbart den Aktivismus vieler, die in diesen Kommunen gegen menschen-verachtende Ideologien einstehen, Aktionen organisieren, in der Geflüchtetenarbeit tätig sind. Diesen Blick wagt das Jahres-Magazin „Querfeld“ des Sächsischen Flüchtlingsrats mit seinem Fokus auf die Aktivitäten in Bautzen. Bei der Lesung wird es im Anschluss eine Diskussion geben. Los geht’s um 18 Uhr auf dem Campus Augustusplatz, Raum S017.

Am 24. April werden wir bei Attac Leipzig über Abschiebehaft informieren. Ihre Geschichte und die aktuelle Situation in Dresden werden beleuchtet. Um 18 Uhr geht es los in der Schaubühne Lindenfels, Karl-Heine-Straße 50 in Leipzig.

„Ein Europa für Alle – Deine Stimme gegen Nationalismus“ heißt es am 19. Mai in Leipzig wie in vielen weiteren Städten. In Berlin, Paris, Bukarest, Hamburg, Wien werden tausende Menschen auf die Straße gehen und für ein demokratisches, solidarisches und ökologisches Europa für Alle demonstrieren. Ein wichtiges Zeichen vor den Wahlen zu EU-Parlament am 26. Mai! In Leipzig geht es um 12 Uhr auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz los.