SFR Newsletter 23/2018

SFR-Asylberatung DD kommende Woche geschlossen. Die Kolleg*innen müssen Möbel umräumen, Papierberge aufräumen, Keller ausräumen, Kaffeetassen nach Farbe sortieren, Regale aufbauen, ihre Kolleg*innen zum Helfen verpflichten, komplexe Fällen durchdiskutieren und generell lauter krasse Sachen machen, zu denen sie sonst nicht kommen. Deswegen fällt die Asylberatung kommende Woche aus! Wir bieten eine Notfallsprechstunde von 10 bis 12 Uhr am 16. Oktober an und bitten ansonsten, in dringenden Fällen das Beratungsangebot des Ausländerrats Dresden e.V. aufzusuchen. Unsere nächste reguläre Sprechstunde dann wieder am 23. Oktober. Aktuelle Infos zu unseren Sprechzeiten, auch zu unseren mobilen Beratungen in Bautzen, Pirna, Plauen, findet ihr hier auf unserer Website.

Zweite Sammelabschiebung von Sachsen nach Georgien… fand gestern statt. 19 von 25 Menschen kamen aus Sachsen. Auf Presseanfrage des SFR erklärte die Landesdirektion, dass die Betroffenen aus den Städten Leipzig und Dresden sowie den Landkreisen Mittelsachsen, Leipzig, Nordsachsen, Bautzen und aus der Haft abgeschoben wurden.  Drei Familien befanden sich unter den Abgeschobenen. Eine Familie aus Hoyerswerda wurde getrennt, der Vater war auf Arbeit als Mutter und Tochter abgeschoben wurden. Die erste Sammelabschiebung vom Flughafen Leipzig / Halle nach Georgien erfolgte am 11. September. Juliane Nagel, MdL für DIE LINKE, hat bereits eine Kleine Anfrage im Landtag eingereicht, ist aber noch nicht online. Hinweise zu den Abgeschobenen bitte an pr@sfrev.de 

Bei der letzten Sammelabschiebung nach Georgien am 11. September wurden 59 Menschen abgeschoben, wurden drei Familien getrennt, eine davon mit Kalkül, eine weitere Familie sollte getrennt werden, ein Kind mit Behinderung wurde abgeschoben, ein weiteres Kind mit Behinderung sollte abgeschoben werden. Als Frontalangriff auf das Grundgesetz bezeichneten wir das, was an diesem Tag geschehen ist in unserer PM vom 14. September.

Jedes vierte Kind in Erstaufnahmeeinrichtungen… muss bereits länger als drei Monate dort leben und darf damit nicht die Schule besuchen. Der Anteil stieg auf 25,8 Prozent am 31. August 2018. Am 31. März lag er noch bei 11 Prozent, am 30. September 2017 bei 17,9 Prozent. Kinde rund Jugendliche länger als drei Monate vom Schulbesuch fernzuhalten ist ein klarer Verstoß gegen die EU-Aufnahmerichtlinie. Die Gesamtzahl der Kinder und Jugendlichen, die in den Erstaufnahmeeinrichtungen leben muss, sinkt derweil. Die Interpretation der Zahlen ist klar: mehr und mehr wird der Aufenthalt für Minderjährige aus sogenannten „Sicheren Herkunftsstaaten“ und jenen, denen eine „schlechte Bleibeperspektive“ unterstellt wird in die Länge strapaziert. Sie sollen die Lager nicht mehr verlassen dürfen. Quellen: Kleine Anfragen der Abgeordneten Juliane Nagel, MdL für DIE LINKE. Drs. 6/10831 / Drs. 6/12937 / Drs. 6/14669.

Kinder und Jugendliche in Erstaufnahmeeinrichtungen

Dresden kippt… wenn Scharz-Blau regieren sollte. Das droht bei der Stadtratswahl im Frühjahr 2019. Dagegen macht nun ein Bündnis mobil und hat sich einen Erfahrungsschatz aus Österreich geholt. Die kennen das schon, wenn Faschist*innen regieren und wollen am 20. Oktober um 17 Uhr im Mauersbergersall im Haus an der Kreuzkirche warnen. Jerome Trebing, Soziologe und Sozialarbeiter aus Wien, wird dort auf dem Podium neben dem Dresdner Publizisten Michael Bittner sitzen. Kommt vorbei, der Eintritt ist frei! Auf dem Laufenden bleiben könnt ihr auf er Kampagnenwebsite.

Herz statt Hetze! Und ganz klar könnt ihr ein Gewicht gegen ein kippendes Dresden am 21. Oktober sein und zwar bei der Demo von Herz statt Hetze! Vier Jahre müssen Menschen, die Faschismus, Rassismus, Nationalismus ablehnen, nun schon Pegida ertragen. Ihr vierjähriges Bestehen ordentlich wegprotestieren! Ab 12 Uhr auf die Straße! Mehr Infos auf FB hier. In Leipzig haben so viele Leute bereits gesagt, dass sie mit dem Zug kommen werden (siehe hier), dass Aktive Busse geordert haben (siehe hier). Let’s mobilize against hatred! <3

Asylinitiativenkonferenz 2018! Das Kulturbüro Sachsen e.V., weiterdenken – Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen e.V. und wir laden wieder zum Treffen aller Menschen, die zu Flucht und Asyl arbeiten! Mit der diesjährigen Asylinitiativenkonferenz wollen wir in den inhaltlichen Austausch im Arbeitsfeld Flucht und Asyl und die Vernetzung von relevanten Akteur*innen in diesem Themenfeld fördern. Eine sich ständig ändernde Asyl- und Aufenthaltsgesetzgebung stellt immer wieder neue Herausforderungen dar. Wir wollen uns austauschen, kennenlernen und gemeinsam Lösungsansätze und Strategien erarbeiten, um weiterhin selbstbewusst und kompetent agieren zu können.

Am 10. November von 09.30 bis 16.30 Uhr heißen wir euch im Herbert-Wehner-Saal in Dresden willkommen!

Mit folgenden Themen werden wir uns auseinandersetzen:

  • Strategien zur Landtagswahl 2019 in Sachsen [Bündnis gegen Rassismus] Arbeit in ehrenamtlichen Initiativen: Helfen und/oder politisch Einmischen? [Initiativkreis: Menschen.Würdig | Kulturbüro Sachsen e.V.]
  • Bildung, Ausbildung, Anerkennung [Flüchtlingsrat Sachsen e.V. | Arbeit und Leben Sachsen e.V., Arbeitsmarktmentoren (angefragt)]
  • Umgang mit rechtspopulistischen Akteur*innen [Steven Hummel, Engagierte Wissenschaft e.V.]
  • Männlichkeiten und Rollenverständnisse [Benjamin Donath, Landesfachstelle Jungenarbeit Sachsen]

Die Veranstaltung startet mit Inputs von Akteur*innen aus der Geflüchtetenarbeit zu aktuellen Entwicklungen in der Asylpolitik. Vom Bayerischen Flüchtlingsrat e.V. werden wir beispielsweise hören, wie die dortige, restriktive Asylpolitik ausgelegt und auf Bundesebene angewendet wird und was dagegen getan werden kann. Ein wichtiger Impuls, denn: wir wollen auch Ideen und Strategien zur Landtagswahl 2019 zusammentragen. Im Anschluss an die Inputs haben die Teilnehmenden die Möglichkeit, sich in verschiedenen Workshops auszutauschen sowie Ideen und Handlungsvorschläge zu erarbeiten. Auf dem Markt der Möglichkeiten können Initiativen und Gruppen ihre Arbeit und Projekte vorstellen.

Gefördert durch:
Amadeu-Antonio-Stiftung

Anmeldung bei Thomas Hoffmann vom SFR, 0351 / 33 22 52 35 oder hoffmann@sfrev.de

Termine

Am 13. und 14. Oktober findet das dritte Roma Solidarity Treffen in Göttingen statt. Ziel ist es, die Vernetzung von Rom*nja und ihrer Verbündeten bundesweit zu reaktivieren und eine gegenseitige Unterstützungsstruktur aufzubauen. Mehr Infos und Anmeldung hier.

„Diversität (kennen)lernen): Auf dem Weg zur diskriminierungssensiblen und partizipativen Organisation“ ist der Titel eines Fachtags, der von der Landesarbeitsgemeinschaft politisch-kulturelle Bildung Sachsen – pokuBi e.V. veranstaltet wird. Dass die Gesellschaft diverser wird, ist Fakt. Doch wie mit der Diversität in Belegschaften und Zielgruppen als Organisation umgehen? Das alles am 22 Oktober von 10 bis 16.45 Uhr auf dem Mediencampus der Villa Ida in Leipzig. Infos und Anmeldung über partizipation@pokubi-sachsen.de.

Immer weiter geht es mit der Seebrücke – im Leipziger Stadtrat wird derzeit diskutiert, die Stadt zum sicheren Hafen zu machen. Deswegen: Druck machen und zwar am 23. Oktober, 16 Uhr auf der Demo ab dem Richard-Wagner-Platz. Mehr Infos auf Facebook hier.

27. Oktober – superwichtiger Termin in Zwickau! Gegen Angriff – Antidemokratischen Angriffen wirksam begegnen“ heißt es dann im Alten Gasometer. Das Netzwerk Tolerantes Sachsen wird dort einen Fachtag veranstalten.Gegen-Strategien, kreative Aktionen, Öffentlichkeitsarbeit und Krisenkommunikation – das werden einige der Themen sein. Infos hier, Anmeldung bis 12. Oktober an buero@tolerantes-sachsen.de.

Zu seiner Jahreskonferenz in Leipzig wartet der Dachverband Sächsischer Migrantenorganisationen mit spannenden Workshops auf. Politische Partiziption, Antidiskriminierungsarbeit, die Landtagswahl 2019 – vielfältige Themen erwarten euch am 03. November zwischen 9 und 17 Uhr. Hier mehr Infos auf Facebook.

 Angesichts aktueller gesellschaftspolitischer Entwicklungen wird auch Rassismus an Schulen immer mehr zum Thema. Häufig ist von Ausgrenzungserfahrungen zu hören, die geflüchtete, aber auch deutsche Schwarze Jugendliche an Schulen machen. Dabei müssen es nicht immer offene Anfeindungen und rechtsradikale Parolen sein, sondern es sind auch subtile Ausgrenzungsmechanismen wie diskriminierende Scherze oder Kommentare, die vermitteln, wer „dazu gehört“ und wer nicht. Aufgabe für Fachkräfte der Sozialen Arbeit ist es, diese Erfahrungen wahrzunehmen und zu reagieren. Unser Netzwerktreffen „Schule und Rassismus. Diskriminierung begegnen – Betroffene stärken“ bietet die Möglichkeit, sich damit auseinanderzusetzen, wie in Schulen Differenzverhältnisse hergestellt werden und was getan werden kann, um sie abzubauen, wie gegen Diskriminierung vorgegangen werden kann und Betroffene unterstützt und gestärkt werden können. Das Treffen findet in Zwickau am 27. November statt. Mehr Infos und Anmeldung hier.

Das Zentrum für Integrationsstudien der TU Dresden lädt herzlich zur Fachtagung „Migration, Menschenrechte und Rassismus“ am 29. November ein. Hier werden einen Tag lang in Workshops und Vorträgen Wege gesucht, ethische Fragen zu Migration, Menschenrechten und Rassismus schon im Schulunterricht zu diskutieren. Der Anmeldeschluss zur Tagung ist bereits am 1. November. Mehr Infos auf FB hier.

Ein schöner Anlass: die Bildungspatenschaften des Ausländerrats Dresden e.V. werden zehn Jahre alt. Die NGO veranstaltet einen kleinen Jubiläumsempfang am 05. Dezember von 17 bis 19 Uhr in ihren Räumen auf der Heinrich-Zille-Straße 6 in Dresden. Wenn ihr unter bildungspatenschaften@auslaenderrat.de Bescheid geben könntet, dass ihr kommt, würden sich die Veranstalter*innen freuen.

Neue Termine IQ Seminarreihe „Migration und Arbeitswelt“: Die neuen Termine für die Tagesseminare aus der IQ Seminarreihe „Migration und Arbeitswelt“ stehen fest.  Die Qualifizierungsangebote richten sich an alle Arbeitsmarktakteure und vermitteln interkulturelles Grundverständnis im Arbeitsmarktkontext sowie Informationen und Wissen. Alle Termine für das zweite Halbjahr sind einzusehen unter https://www.netzwerk-iq-sachsen.de/seminare/. Anmeldungen und weitere Informationen erhalten Sie unter: 0375 / 390 93 65 oder post@exis.de. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!