SFR Newsletter 24/2018

Sammelabschiebungen… bleiben ein akutes Thema. Von der zweiten Sammelabschiebung am 11. Oktober nach Georgien berichteten wir bereits im letzten Newsletter. Juliane Nagel, MdL, DIE LINKE hat die bisher bekannten Infos in einer PM gebündet. Weitere werden folgen, nach wie vor erreichen uns Hinweise zu Einzelfällen, was am 11. September und 11. Oktober geschehen ist. Unsere PM zur Abschiebung im September hier. Wir müssen damit rechnen, dass auch im November eine Abschiebung nach Georgien um den 11. herum (ist ein Sonntag, da wohl nicht) stattfinden wird. Informiert potentiell Betroffene! Wer potentiell betroffen ist, welche rechtlichen Auswege es gibt und wo ihr Beratung findet – alles hier auf unserer Website auch auf Georgisch.

Eine weitere Sammelabschiebung wird am 13. November nach Afghanistan stattfinden! Auch hier: informieren und protestieren, Infos weiterleiten! Informationen auf Farsi, Dari, Paschtu direkt auf der Website des Bayerischen Flüchtlingsrats! Infos zu Protesten am 13. November in Leipzig folgen!

Fantasiepapiere. Die Fantasiepapiere, inzwischen durch einen Erlass des Innenministeriums normiert, ersetzen die Duldung. Nun zeigte eine Kleine Anfrage  der Abgeordneten Juliane Nagel, MdL, DIE LINKE, dass wenn ein solches Fantasiepapier ausgestellt worden ist, Zeiträume für die Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis beispielsweise wegen nachhaltiger Integration, unterbrochen werden können. Was das Ganze eigentlich soll, fragte sich Petra Zais und wollte in einer Kleinen Anfrage wissen, was denn nun der Mehrwert diesen Vorgehens sein. Die ausweichende Antwort des Innenministeriums verfehlte klar die Fragestellung. Vollkommen im Widerspruch zum eigenen Erlass wurde festgestellt, dass die Fantasiepapiere die Duldung nicht ersetzen.

Mehr Infos zum Thema:

PMen zu den damaligen Fantasiepapieren der Ausländerbehörden, insbesondere Leipzig:
11. Mai 2017 / 08. August 2017
Nach Ausstellung des Erlasses:
17. Mai 2018

Antrag der Fraktion DIE LINKE, die Praxis zu unterlassen und Antwort der Staatsregierung

Prävention von Abschiebungshaft – Workshop. Der Ruck nach Rechts zeigt sich in der Asylpolitik. Eines der deutlichsten Zeichen: das Revival der Abschiebungshaft. Der Freistaat Sachsen hat ein Gefängnis in Dresden in Betrieb genommen, der Landtag verabschiedete in diesem Jahr das Vollzugsgesetz. Gleichzeitig steigt die Quote abgelehnter Asylanträge. Die Gründe, warum Menschen zum Zweck der Abschiebung inhaftiert werden können, werden dabei oft willkürlich ausgelegt. So wichtig, wie die Beratung von Menschen in Abschiebungshaft ist – fast wichtiger ist, zu verhindern, dass sie überhaupt dort landen. Deswegen laden Bon Courage e.V. und Sächsischer Flüchtlingsrat e.V. zum Workshop „Prävention von Abschiebungshaft“ nach Borna. In den Räumen von Bon Courage auf der Kirchstraße 20-24 wird Frank Gockel, Berater für Menschen in Abschiebungshaft in Büren vom Hilfe für Menschen in Abschiebungshaft Büren e.V. uns dazu informieren. Jede*r, der*die mit Geflüchteten arbeitet, muss künftig leider die Abschiebungshaft mitdenken. Wir treffen uns am Montag dem 19. November von 10-15 Uhr in der Abschiebungshaft. Über Spenden für die Teilnahme am Workshop freuen wir uns! Sie gehen in Form eines Honorars direkt an Frank Gockel für die Ausrichtung des Workshops. Spendenempfehlung: 10 Euro. Anmeldung über gaertner@sfrev.de und info@boncourage.de.

Stellenausschreibung. Willkommen in Löbtau e.V. aus Dresden sucht zwei Mensche, die die Koordination des Gesamtnetzwerkes übernehmen beziehungsweise die AG Ausbildung und Arbeit koordinieren. Bewerbungsschluss ist der 01. Dezember, Beginn ab 01. Januar, das Ganze auf Minijobbasis. Infos hier.

Asylinitiativenkonferenz 2018! Das Kulturbüro Sachsen e.V., weiterdenken – Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen e.V. und wir laden wieder zum Treffen aller Menschen, die zu Flucht und Asyl arbeiten! Mit der diesjährigen Asylinitiativenkonferenz wollen wir in den inhaltlichen Austausch im Arbeitsfeld Flucht und Asyl und die Vernetzung von relevanten Akteur*innen in diesem Themenfeld fördern. Eine sich ständig ändernde Asyl- und Aufenthaltsgesetzgebung stellt immer wieder neue Herausforderungen dar. Wir wollen uns austauschen, kennenlernen und gemeinsam Lösungsansätze und Strategien erarbeiten, um weiterhin selbstbewusst und kompetent agieren zu können.

Am 10. November von 09.30 bis 16.30 Uhr heißen wir euch im Herbert-Wehner-Saal in Dresden willkommen!

Mit folgenden Themen werden wir uns auseinandersetzen:

  • Strategien zur Landtagswahl 2019 in Sachsen [Bündnis gegen Rassismus] Arbeit in ehrenamtlichen Initiativen: Helfen und/oder politisch Einmischen? [Initiativkreis: Menschen.Würdig | Kulturbüro Sachsen e.V.]
  • Bildung, Ausbildung, Anerkennung [Flüchtlingsrat Sachsen e.V. | Arbeit und Leben Sachsen e.V., Arbeitsmarktmentoren (angefragt)]
  • Umgang mit rechtspopulistischen Akteur*innen [Steven Hummel, Engagierte Wissenschaft e.V.]
  • Männlichkeiten und Rollenverständnisse [Benjamin Donath, Landesfachstelle Jungenarbeit Sachsen]

Die Veranstaltung startet mit Inputs von Akteur*innen aus der Geflüchtetenarbeit zu aktuellen Entwicklungen in der Asylpolitik. Vom Bayerischen Flüchtlingsrat e.V. werden wir beispielsweise hören, wie die dortige, restriktive Asylpolitik ausgelegt und auf Bundesebene angewendet wird und was dagegen getan werden kann. Ein wichtiger Impuls, denn: wir wollen auch Ideen und Strategien zur Landtagswahl 2019 zusammentragen. Im Anschluss an die Inputs haben die Teilnehmenden die Möglichkeit, sich in verschiedenen Workshops auszutauschen sowie Ideen und Handlungsvorschläge zu erarbeiten. Auf dem Markt der Möglichkeiten können Initiativen und Gruppen ihre Arbeit und Projekte vorstellen.

Gefördert durch:
Amadeu-Antonio-Stiftung

Anmeldung bei Thomas Hoffmann vom SFR, 0351 / 33 22 52 35 oder hoffmann@sfrev.de

Termine

27. Oktober – superwichtiger Termin in Zwickau! Gegen Angriff – Antidemokratischen Angriffen wirksam begegnen“ heißt es dann im Alten Gasometer. Das Netzwerk Tolerantes Sachsen wird dort einen Fachtag veranstalten.Gegen-Strategien, kreative Aktionen, Öffentlichkeitsarbeit und Krisenkommunikation – das werden einige der Themen sein. Infos hier, Anmeldung bis 12. Oktober an buero@tolerantes-sachsen.de.

„Nie wieder Faschismus“ heißt es am 29. Oktober in Plauen! Antifaschist*innen werden sich der Partei III. Weg in den Weg stellen, die dort aufmarschieren will. 18.30 Uhr auf dem Postplatz in Plauen geht es los. Mehr Infos hier.

Zu seiner Jahreskonferenz in Leipzig wartet der Dachverband Sächsischer Migrantenorganisationen mit spannenden Workshops auf. Politische Partiziption, Antidiskriminierungsarbeit, die Landtagswahl 2019 – vielfältige Themen erwarten euch am 03. November zwischen 9 und 17 Uhr. Hier mehr Infos auf Facebook.

„Politik.Macht.Sein“: Der Name ist Programm. Der Dachverband Sächsischer Migrantenorganisationen und der riesa efau laden ein zum Workshop „Förderung politischer Bildung und Stärkung migrantischer Selbstorganisation“. Vom 16. bis 17. November in Dresden. Besonders migrantische Selbstorganisationen und Einzelpersonen sind eingeladen, gemeinsam darüber nachzudenken, was gesellschaftliche Teilhabe bedeutet und wie und für was wir uns engagieren wollen. Das politische Bildung auch Spass macht, ist da schon garantiert, denn neben konkreten Planungsphasen wird es eine interaktiven Stadtrallye und das erste Engagementdinner weltweit geben. Mehr Infos hier.

 Angesichts aktueller gesellschaftspolitischer Entwicklungen wird auch Rassismus an Schulen immer mehr zum Thema. Häufig ist von Ausgrenzungserfahrungen zu hören, die geflüchtete, aber auch deutsche Schwarze Jugendliche an Schulen machen. Dabei müssen es nicht immer offene Anfeindungen und rechtsradikale Parolen sein, sondern es sind auch subtile Ausgrenzungsmechanismen wie diskriminierende Scherze oder Kommentare, die vermitteln, wer „dazu gehört“ und wer nicht. Aufgabe für Fachkräfte der Sozialen Arbeit ist es, diese Erfahrungen wahrzunehmen und zu reagieren. Unser Netzwerktreffen „Schule und Rassismus. Diskriminierung begegnen – Betroffene stärken“ bietet die Möglichkeit, sich damit auseinanderzusetzen, wie in Schulen Differenzverhältnisse hergestellt werden und was getan werden kann, um sie abzubauen, wie gegen Diskriminierung vorgegangen werden kann und Betroffene unterstützt und gestärkt werden können. Das Treffen findet in Zwickau am 27. November statt. Mehr Infos und Anmeldung hier.

Das Zentrum für Integrationsstudien der TU Dresden lädt herzlich zur Fachtagung „Migration, Menschenrechte und Rassismus“ am 29. November ein. Hier werden einen Tag lang in Workshops und Vorträgen Wege gesucht, ethische Fragen zu Migration, Menschenrechten und Rassismus schon im Schulunterricht zu diskutieren. Der Anmeldeschluss zur Tagung ist bereits am 1. November. Mehr Infos auf FB hier.

Ein schöner Anlass: die Bildungspatenschaften des Ausländerrats Dresden e.V. werden zehn Jahre alt. Die NGO veranstaltet einen kleinen Jubiläumsempfang am 05. Dezember von 17 bis 19 Uhr in ihren Räumen auf der Heinrich-Zille-Straße 6 in Dresden. Wenn ihr unter bildungspatenschaften@auslaenderrat.de Bescheid geben könntet, dass ihr kommt, würden sich die Veranstalter*innen freuen.

Neue Termine IQ Seminarreihe „Migration und Arbeitswelt“: Die neuen Termine für die Tagesseminare aus der IQ Seminarreihe „Migration und Arbeitswelt“ stehen fest.  Die Qualifizierungsangebote richten sich an alle Arbeitsmarktakteure und vermitteln interkulturelles Grundverständnis im Arbeitsmarktkontext sowie Informationen und Wissen. Alle Termine für das zweite Halbjahr sind einzusehen unter https://www.netzwerk-iq-sachsen.de/seminare/. Anmeldungen und weitere Informationen erhalten Sie unter: 0375 / 390 93 65 oder post@exis.de. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!